Vom Schrecken der Einfalt
:
1. Das Grauen
Ja, ich habe sie gesehen. Hoch droben, dort lagen sie in Reih und Glied auf Hügeln begraben. Sie taten es, wie es schon einst ihre Ahnen taten. Na, was spreche ich hier an – richtig
M O N O K U L T U R !
Trotz sorgfältiger Reformations- und Umgestaltungsbemühungen haben sich die Gurken wieder an Ort und Stelle eingefunden. Wie schon etliche Jahre vorher. Immerhin sind sie in der ersten Zeit recht gut gewachsen. Als dann dir große Dürre kam und ich nicht mehr wußte, welches Liebchen zuerst zu versorgen war, kamen sie für ihren Wasserbedarf recht knapp.
Gegenmaßnahmen
Die solle sich im nächste Jahr hüte!
Da werde ich mein Projekt „Gurken in Trögen“ umsetzen. Wer weiß, vielleicht wandern dann die Gurken mitsamt den Trögen auf jenes rätselhafte Stück Land. Es gibt halt Dinge, die sind auch für den aufgeklärten Hausgärtner nicht zu verstehen.
Und noch etwas…
2. Variable Anbaumethoden
Das ist es, was ich auf einem kleinen Beet bieten wollte.
So habe ich mir im Jahr 1999 folgendes ausgedacht:
Porree in Kombination mit italienischer Petersilie und Tagetes. Das alleine sah in ausgewachsenem Zustand schon harmonisch und gleichzeitig „wild“ aus, so wie ich mir den ganzen Garten wünsche, doch die Sache hatte noch eine Besonderheit:
Im Frühjahr wurden von mir spatentiefe Gräben angelegt, in welche die Porreesaat wanderte. Auf die dazwischen entstandenen Dämme kam abwechselnd die Saat von Petersilie und Tagetes.
Und warum das alles? Damit förderte ich die Entwicklung der Porreestangen und passte die Bodenverhältnisse an den Bedarf der jeweiligen Pflanze an.
So wanderte beim Gießen alles Wasser in die Gräben zu den feuchtigkeitsliebenden „Läuchlingen“, während die Tagetes und die Petersilie, welche soviel Wasser nicht sonderlich mögen, keine Angst vorm Ertrinken haben mußten.
Und was hat er da gerade von der Förderung des Lauchs gesagt?
Wenn die Stangen aus dem Boden schießen, kann der Kleingärtner die Gruben langsam zuschütten. Hierdurch entwickelt die Pflanze nicht so früh die grünen Blätter, der nutzbare weiße Fuß des Porrees wird so größer, nimmt gar beträchtliche Ausmaße an.
Ich habe es in diesem Jahr ausprobiert, was mir jede Menge Lauchcremesuppen und Gemüsegerichte mit Bereicherung durch dieses delikate Gewächs brachte. Und die Petersilie wuchs prächtig und bildete kräftige Büschel.
Nicht zu vergessen das üppige Wachstum der Tagetes. Dabei hatte ich bei Anpflanzung eher zufällig zu einer hohen Sorte gegriffen. So wuchsen am Rande der Gruben hohe Blumenstauden heran, welche zahlreiche Bienen anlockten.
Alles in allem ein gelungenes Beispiel für Mischkultur – die Ernte gibt mir recht. So kann mensch durch ein paar simple Einfälle und mit etwas Glück einfache Pflanzen in ungewohnter Weise kombinieren und beim Ertrag profitieren.
Eine Kombination, die ich mir merke! Mal sehen, welche „Nachbarschaften“ sich da noch ergeben werden …
3. Was daraus geworden ist [2006]
Die Monokultur konnte ich endgültig aus dem Garten vertreiben. Naja – Vertreiben ist vielleicht etwas übertrieben – wir machen es einfach nicht mehr so. Also doch Vertreiben
Dann gibt es da ja auch noch Pläne für die Kulturfolge und wenn Du dich daran hältst oder Dir einfach merkst, wo das Eine oder Andere in den Vorjahren wuchs, ist das Schlimmste schon überstanden und großes Eledn verhindert.
Eigentlich müsste ich mal wieder Lauch im Garten anpflanzen…
Und so Gräben – ja – macht das mal!


