Anzuchtstation – Erste Planungen

Über das Konzept und meine ersten Recherchen in der Sache …

Sie ist fertig – Bilder vom Bau in Teil 4 - Link dahin …

Dieser Artikel besteht aus
A. – einer Einführung in die Problemstellung der Anzucht von Jungpflanzen
B. – einem Erfahrungsbericht der vergangenen Jahre
C. – der Darlegung, mit welcher Ausgangssituation ich mein Projekt beginne
D. – einer Erläuterung, was meine Idee genau beinhaltet
E. – einem Fazit

A. Problemstellung

Bald ist es wieder soweit: Ein neues Gartenjahr beginnt. Und damit werden im Frühjahr auch die Vorbereitungen eingeläutet, damit alles während der beschränkten Vegetationsphase im Garten gelingen kann. Also nach den Eisheiligen wenn die Temperaturen steigen am Besten kräftige Jungpflanzen in den Garten bringen, damit sie dort ihr Wachstum fortsetzen können.

Jaja – kräftige Jungspflanzen. Woher bekommen?
Seit Jahren sind wir schon Kunden vom Gärtner Pötschke und erwarten zum Ende jedes Jahres seinen Katalog, um mit der Gartenplanung anfangen zu können. Lustigerweise meinte Mutter letzte Woche, der sei in den vergangenen Jahren immer um diese Zeit gekommen, müsse somit jederzeit bei uns eingehen … Und was brachte sie dann vom Briefkasten mit? Ja, genau! Also schon erstaunlich, dieser Instinkt. Im Gemüsebereich habe ich dabei diesmal nicht soviel Neuses sehen können, wie in den bisherigen Jahren. Muss ich aber auch noch einmal in Ruhe durchblättern.
Aber zurück zum Thema: kräftige Jungpflanzen.
Es wird ja immer mehr zur Mode, sich die Pflanzen fertig vom Gärtner zu kaufen. Nein! Das denkst Du doch nicht von mir. Das wäre ja für mich, als ob ich an die lila Kuh glaubte. Ich will das Wunder vom Samen hin zur Frucht selbst miterleben. Und da sind die ersten Schritte zum Keimling besonders spannend.
Apropos spannend: Wie machten wir dies in den vergangenen Jahren? Zeit für eine kleine …

B. Rückschau der Anzuchtmethoden

Es fängt traditionsgemäß mit dem wässern der kleinen Torfquelltöpfchen – Jiffy oder wie sie heissen – an. Da haben wir auch spezielle kleine Gewächshäuschen für. In ihnen können die Pflanzen nun keimen. Davon habe ich eigenartigerweise gar keine Bilder in meiner Sammlung :(
Ab einer bestimmten Größe hat sich der Keimlin den Umzug in ein größeres Behältnis verdient. Es geht in – immer noch recht kleine – Blumentöpfe. Und so kommt es Jahr für Jahr, dass unser Wohnzimmertisch wie folgt bevölkert ist:

bild-009

paprika-keimling-nah-3

Ja, drollig – es wiederholt sich jedes Jahr aufs Neue. Jedoch sollen die Aufnahmen nicht über die Probleme hinwegtäuschen, die mit dieser Anzuchtform verbunden sind:
Die Anzucht anspruchsvollerer Sorten wird zum reinsten Lotto. Ausgefallene Paprika oder etwas noch Exotischeres mag es beim Keimen behaglich warm. Und der Keimling schließlich “sucht” das Licht. Wie soll man ihm dies bieten an einem dümmeligen Januartag?
Ich probierte es vor Jahren mit einer speziellen Anzuchtlampe. Jaja – eine Lampe für alle Keimlinge. Das war so ne Birne, welche ich in eine alte Schreibtischlampe schraubte und damit ab und an (“Junge, lass die Birne nicht zu lange an, das kostet alles Strom/nicht, dass es brennt”) für etwas Stimmung sorgte. Für mehr war das Teil aber nicht geeignet.
So kann ich das, was mir fehlt auf den Punkt bringen: Eine Möglichkeit, den Samen eine kontinuierliche Wärmequelle zu bieten, die es ihnen so behaglich macht, dass der Ausfall beim Keimen deutlich zurückgeht. Weiterhin brauche ich eine Möglichkeit, die Keimlinge mit Licht zu verwöhnen, damit sie kräftig werden. … und keine langen Hälse kriegen? … das fällt mir gerade nur Kohlrabi ein, bei dem das aber eher eine Frage der Größe des Blumentöpfchens ist. Aber als Gegensatz zu spillerigen dünnen Ranken will ich kräftiges, sattes Wachstum haben.

C. Ausgangssituation

So – wir kommen der Sache auch schon näher. Ja, ich weiss – über die eigntliche Anzuchtstattion steht hier noch nicht viel. Vertrau mir – ich will meine Idee langsam entwickeln, damit das klar wird, was ich damit erreichen will und vor allem, welchen Nutzen das Ganze bringt.
Also was habe ich?

Da wären mehrere Kleingewächshäuser für die Torfquelltöpfchen. Für die nächste Station im Leben der Pflanze habe ich eine ganze Menge kleiner Blumentöpfe. (Man muss einfach mit offenen Augen durch die Welt laufen, dann gibt es sowas umsonst. Davon liegen Unmengen in den Abfallcontainern, die überall auf den Friedhöfen stehen.)
Und hier hört es schon wieder auf – sonderlich viel habe ich nicht. Was noch zu nennen ist – als wichtigstes Element ist ein kleiner Computertisch. Diesen hatte ich im Frühjahr in einer besipiellosen Heimwerkeraktion selbst zusammengebaut – nach dem Plan, der bei dem Teil dabeilag. Ich schreibe das, damit nicht der Eindruck entsteht, ich hätte aus Rohholz etwas gezaubert – es war schon ein Fertigbausatz, aber dem Heimwerkerstolz tut das keinen Abbruch.
Eigentlich wollte ich dafür meinen alten PC hierher schicken. Klappte von Mal zu Mal nicht und so ist der Tisch mit zahlreichen Dosen und anderen Sachen für Haushalt und Garten belegt. Hmmm … Haushalt und Garten? Da kam mir ein Gedanke zur Umdisponierung. Hey – oller PC. Da ist mittlerweile jedes Smartphone genausoschnell. Nur fürs Internet kann ich ja auch nen eee-PC holen und nen Loop Surfstick. Damit bin ich auch gerade im Internet – aber das ist ein anderes Thema. Was bedeutet das aber für meine Anzuchtstation?
Ich habe nun also einen Tisch, auf den ich das Teil stellen kann. Mir steht eine Stellfläche von 80 x 50 cm zur Verfügung.

D. Idee

Genug des Getrödels – ich kann zu meiner eigentlichen Idee kommen. Also ein “Center”, das auf 80 x 50 cm Stellfläche den Samen, Keimlingen und Jungpflanzen Wärme und Licht bietet.
Hierbei denke ich an eine Kastenform. Die Gesamthöhe soll 70 cm werden. In der Hälfte soll eine Ebene eingezogen werden, sodass zweimal 35 cm von der Höhe her zur Verfügung stehen.
In Bryce gerendert sieht das Ganze so aus:
anzucht

Das Aussengerüst

Das Gerüst ist hierbei eine Alukonstruktion. Im Internet konnte ich ein Stecksystem entdecken, das eigentlich für die Planung größerer Aquarien und Terrarien gedacht ist, aber für meinen Zweck auch geeignet zu sein scheint. Dabei gibt es lediglich einen Schönheitsfehler: Ein einfacher Kasten könnte mit diesem Stecksystem in einer Rohrdicke von 20 x 20 mm hergestellt werden. Für diesen Zwischenboden brauche ich aber Zwischensteckmodule, die es nur in 30 x 30 mm gibt. Die gehen halt davon aus, dass auf diesen Steckverbindungen ein ordentliches Gewicht lastet und machen es so gleich etwas stabiler. So müsste ich also auch 30 x 30 mm – Rohre nehmen, die zwichen die Steckmodule eingefügt werden. Beide Seiten (links/rechts, oben/unten,vorne/hinten) zusammengenommen verlöre ich auf diese Weise jeweils 6 cm am Innenmaß. Schade, aber besser finde ich es momentan nicht im Netz. Naja, wenn meine Planung etwas konkreter ist, frage ich mal bei der Firma an, ob es nicht auch irgendwie mit den dünneren Rohen geht.

Die Aussenscheiben

Hmmm – es soll innen drin hell und warm werden. Also brauche ich etwas, was transparent ist, sodass noch etwas Aussenlicht hereinkommt, und gleichzeitig eine gute Wärmedämmung garantiert. Ich habe an den Anbau unseres Nachbarn im Garten gedacht und im Internet nach Doppelstegplatten / Stegplatten gesucht. Mit ihren Hohlräumen wird der Wärmeaustausch reduziert. Es gibt sie in verschiedenen Dicken und aus unterschiedlichen Materialen hergestellt. Ich werde wohl Polycarbonat nehmen. Dies soll gegenüber Acryl und co. leichter zu schneiden sein, worauf es bei mir im Ernstfall auch ankommt. Genau wie bei den Alupfofilen hoffe ich aber auch hier, um die Sägerei und den damit notwendigen Erwerb eine Säge herum zu kommen. Obwohl ich ja momantan mit dem Erwerb eine Mini-Handkreissäge liebäugel. Diese soll vor allem für spätere Projekte mit bereits geplanten Bambuskreationen das Splittern des Materials, welches sich bisher beim Schneiden mit der Gartenschere zeigte, verhindern. Jaja – das ist auch nicht mein aktuelles Thema . Von der Stärke her denke ich an Platten mit 16 mm. Die Handkreissäge schafft aber nur bis zu 12 – umdrehen und von hinten nochmal – wir werden sehen.

Die Innenausstattung

Anders als die vorherigen beiden Komponenten, welche wohl recht günstig zu haben sein könnten – Konjuktiv! – gehen die Dinge, welche in die Anzuchstation reinkommen eher ins Geld.
Licht: Für die Beleuchtung will ich spezielle Leuchtstoffröhren nehmen. Da gibt es GroLux von Sylvania. In der 24 Watt-Variante hat die Röhre eine Länge von 74 cm. Also passend (insofern ich nicht das 3 x 3 cm – Gestänge nehmen muss.) Aber wieviele Röhren pro Ebene. Dabei soll es hell genug sein, damit das Licht effektiv etwas nutzt. Auf der anderen Seite sollen die Pflanzen auch nicht verkokeln – also nicht zu hell und zu heiss. Ich muss zugeben, dass ich im Rahmen meiner Recherche keinerlei Anhaltspunkte ermitteln konnte. Pi mal Daumen kann ich mir vorstellen, dass bei 35 cm Höhe zwei Röhren pro Ebene reichen könnten – somit werde ich vier davon kaufen. Als weiteres Problem muss ich hierfür auch Fassungen erstehen. Warum aber Problem? Durch die kleinen Pflänzges wird es in der Anzuchtstation mitunter einer hohe Luftfeuchtigkeit geben. Strom und Wasser – auaaua. Hmmm – gibt es da spezielle Fassungen für Feuchträume – oder sagt man Nasszellen ;) . Naja – und auf der anderen Seite sollen die Fassungen nicht derart weit nach untern ragen, dass sie zusammen mit der Röhre allzuviel vom Platz wegnehmen, der an sich den Pflanzen zur Verfügung stehen soll. Auch hier muss ich noch recherchieren, welche Möglichkeiten es gibt.
Wärme: Für die Wärme gibt es so spezielle Wärmematten, die ein Steuergerät mit Themostat und externen Fühler haben. Da wird die Sonde in die Erde eines Töpfchens gesteckt und das Gerät schaltet ab, sobald die richtige Temperatur erreicht ist. Klingt gut – geht aber ins Geld. Ich habe da dunkel so Preise in Erinnerung. Also muss ich auch hier noch recherchieren und zur Not erstmal eins für eine Ebene kaufen.

Die Böden

Hier offenbart sich das absolute heimwerkliche Ungeschick des Autors. Wir haben in unserer Station also Leuchtröhren und hohe Luftfeuchtigkeit. Die Ebenenplatten, unter denen die Leuchtröhren hängen und auf denen die Heizmatten liegen sollen somit die dabei entstehende Hitze vertragen … ohne zu brennen, bitte. Und bei der Luftfeuchtigkeit muss ich an aufquellende Sperrholzplatten denken – die fallen dann wohl auch raus. Also Massivholz? Hmmm – was würde Schildkröte mir raten, der in Dittsches Lieblingsgrill sitzt und beim Baumarkt an der Säge arbeitet? Sollte ich mal ihn oder einen seiner Kollegen fragen.

Die Tür

Als letzter Unsicherheitsfaktor kommt nun die Vorderseite der Anzuchtstation ins Spiel. Hier fest eine Stegplatte einzubringen wäre ein Schildbürgerstreich. Aber wenn schon eine Tür, welche. Hier habe ich zwei Möglichkeiten angedacht: In der oben abgebildeten Variante gehe ich von zwei Schiebetüren aus. Da könnte ich beispielsweise zwei 4mm dicke Plexiglasscheiben nehmen. Der Vorteil wäre, dass es die notwendigen Führungsschienen auch bei der Firma zu erstehen gibt, die die modularen Alusteckmodule anbietet. Als Nachteil geht mir dadurch wohl die gesamte Wärmedämmung flöten. Überall schön 16 mm Stegplatten mit wunderbar Luftkammern drin und deswegen guten Dämmwerten und da geht die Energie futsch. Als andere Möglichkeit fallen mir alleine zwei nach links und rechts schwenkbare Türen, gefertigt aus zwei Stegplatten, ein. Okay – ich kann dann nicht mehr so genau sehen, was da drinnen vor sich geht – muss ich immer aufmachen. Aber es bleibt schön warm drinnen und das verdrängt die Vorzüge der ersten Variante nahezu vollständig. Aber hierdurch entstehen nur noch mehr Fragen: Welche Scharniere, wie anbringen, wie abdichten,…? Und dann am besten noch rundum eine Alueinfassung für die beiden Türen – ob es so etwas gibt. Naja – hier will ich den Leser nicht mit der Vielzahl meiner offenen Fragen überladen. Vielleicht als Panorama nützlich, an welchen Stellen die Sache etwas komplizierter wird.

E. Fazit

Trotz der zum Ende hin sich offenbarenden Vielzahl der offenen Fragen habe ich bereits sehr konkrete Pläne von meinem Vorhaben.

Im Laufe der vorangegangenen Planung konnte ich mancherlei Dinge klären und Entscheidungen treffen, wie beispielsweise:
- zugunsten einer flächendeckenden Beleuchtung und gegen eine allzu starke (punktuelle) Wärmeentwicklung werde ich auf Natriumdampfbirnen verzichten
- all das Drehen an den Faktoren Licht und Wärme entbindet mich nicht meiner Pflicht, immer die Feuchtigkeit zu kontrollieren. Gedanken für feuchtigkeitsspendende Fliese wären zu weit gegangen.

Wenn ich zu Weihnachten/Neujahr wieder zu Besuch bei meinen Eltern bin, möchte ich es gerne zusammenbauen. Es stellt sich somit die Frage, ob ich bis dahin alle Maße und Materialien so detailliert kenne, dass ich mir das Zeug bestellen / im Baumarkt besorgen kann.

Soviel zu meiner Idee und der ersten Planung einer Anzuchtstation.

Siehe auch als Fortsetzung Anzuchtstation II


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2 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. [...] Anzuchtstation II es geht voran – konkrete Pläne (als Fortsetzung von Erste Planungen) [...]

  2. [...] TEIL 1 berichtete ich über meine Idee, Jungpflanzen in einer Anzuchtstation heranzuziehen LINK dahin … in TEIL 2 stellte ich meine konkreten Pläne für den Bau vor LINK dahin … in TEIL 3 zeigte [...]


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